Juni 2011

Storytelling könnte der am meisten missachtetste Punkt beim Erstellen eines Comics sein: Eine Vielzahl von Zeichnerinnen und Zeichnern glauben, intuitiv die richtigen Bilder zur richtigen Zeit zu setzen. Dabei liegt genau hier die beste Möglichkeit, die Lesegeschwindigkeit des Lesers und die Zielrichtung des Comics zu kontrollieren – wenn die Künstler sich selbst zu kontrollieren wissen.

Storytelling © Daniel Gramsch/Aicomic

Das Storytelling bedeutet mehr, als nur eine gute Geschichte erzählen. Es heißt vor allem, eine Geschichte gut zu erzählen. Hierzu gehört, den Leser durch die Auswahl der Bilder und der Bildausschnitte von A nach B zu bringen, elementares zu zeigen und wenn nötig, Dinge wegzulassen, um die Spannung zu steigern. Ein tolles Layout nützt nichts, wenn die Bildinhalte wirr sind, die schönsten Bilder nützen nichts, wenn man der Geschichte nicht folgen kann. Als Comiczeichner kann man an jedem Punkt seiner Arbeit, die Geschichte und ihre Präsentation lenken und im Storytelling zeigt sich mehr als in filigranem Linework, realistischer Anatomie oder besonders hübschen Augen/Kostümen/Gesichtsausdrücken oder worauf auch immer Zeichner besonders stolz sind, ob man sein Handwerk beherrscht.

Comictheorie: Storytelling und Gleichzeitigkeit

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Das Layout im Comic hat etliche Funktionen, die einen wesentlichen Bestandteil von Storytelling, Lesbarkeit und Geschwindigkeit darstellen. Mit der richtigen und angemessenen Bildaufteilung kann man den Lesern nicht nur hübsche Zeichnungen präsentieren, sondern sie regelrecht in die Geschichte ziehen und ihre Blicke lenken.

Comiclayout und Leserichtung © Daniel Gramsch/Aicomic

Layout und Storytelling sind zwei wichtige Aspekte beim Erzählen einer Comicstory, die oftmals unter den Tisch fallen: Viele Zeichner glauben, ein besonders ausgefallenes Layout würde reichen, um die Leser zu begeistern, vergessen dabei aber oftmals, dass eine gewisse Klarheit der Bildaufteilung auch dem Lesefluss hilft. Gleiches gilt auch für das Storytelling, bei dem vielfach angenommen wird, es ergebe sich von alleine aus der Geschichte oder wird intuitiv vom Zeichner schon irgendwie richtig ausgeführt. Tatsächlich sollten sich angehende Zeichnerinnen und Zeichner sehr genau mit diesen Grundlagen der Erzähltechnik auseinander setzen, um nicht in eine der vielen Fallen zu tappen.

Comiclayout und Metapanel

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Das Comicscript hält die Geschichte zusammen. Nur mit einem genauen Plan kann man gewährleisten, das Comic auch kohärent zu erzählen – auch wenn viele Zeichner am liebsten einfach drauf los malen würden…

Ai Girl Beispiel Seite © Daniel Gramsch/Aicomic

Sich mit den Möglichkeiten eines Comicscripts auseinander zu setzen, mag für viele angehende Zeichner nicht ganz so glamorös sein, wie die Beschäftigung mit hübschen Bildern und gelungenen Posen. Aber Comiczeichner müssen immer auch gleichzeitig Comicautoren sein: Entweder schreiben sie ihre Storys selbst und wenn sie sich die Geschichte nicht selber ausdenken, müssen sie dennoch die Story des Autors umsetzen können. Und dafür muss man genau wissen, was man da eigentlich tut. Die 17te Lektion unserer Online-Zeichenkurses wird also anhand der Beispielseite zeigen, wie man ein Full Script schreibt und wie eine Deutung innerhalb der Plot Script Variante funktionieren kann.

Beispiel für ein Full Script

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Neben anatomisch korrekten Zeichnungen und einer gelungener Farbgebung müssen sich Zeichnerinnen und Zeichner auch damit beschäftigen, wie man eine Comic Story erzählt und ein Script schreibt – Comics bestehen ja nicht nur aus hübschen Bildern, eine gut erzählte Geschichte ist ein ebenso wichtiger Faktor.

Actionszene im Script © Daniel Gramsch/Aicomic

Eine gute Comic Story steht am Anfang der Arbeit: Noch bevor man sich eingehend mit dem Design auseinandersetzt, Nebencharaktere entwirft oder sich über ein Farbkonzept Gedanken macht, muss erst einmal die Geschichte stehen. Viele Zeichner arbeiten mit Autoren zusammen, andere sind ihre eigenen Erzähler, manche schreiben auch für andere ComiczeichnerInnen. In jedem Fall muss man aber auf zwei Dinge achten: Erstens muss eine Comic Story für den Zeichner umsetzbar sein und zweitens muss sie für die Leser nachvollziehbar sein. Bei der Erfüllung beider Aufgaben sollten Autoren und Zeichner Hand in Hand arbeiten. In der Lektion 16 des Onlinezeichenkurses, sollen einige Ansätze und Empfehlungen hierfür vorgestellt werden.

Zwei Varianten, eine Comic Story zu schreiben

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