Februar 2012

Die Leipziger Buchmesse ist seit nunmehr 12 Jahren eine der größten Anlaufstellen für Comicleser in Deutschland. Mit besonderer Betonung auf Manga trifft sich hier die Comicszene, die Cos-Player, Verlage und ZeichnerInnen – 2012 ist hierbei keine Ausnahme.

Auf die Ansprache des Publikums ausgerichtet, ist die Leipziger Buchmesse seit jeher das zugänglichere Pendant zu der in Frankfurt – nicht zuletzt auch durch die Integration von Comics seit vielen Jahren. Ursprünglich mit der Intention, den nicht fachbezogenen Besuchern einen Mehrwert mit Schaueffekt zu bieten, wurden Anfang der 2000er Zeichnerinnen und Zeichnern kleine Tische zur Verfügung gestellt, an denen sie sich und ihre Werke präsentieren konnten. Mit dem Advent der Manga in Deutschland breitete sich das bunte Treiben in Halle 2 rasant aus, Newcomer und die besten Kostüme wurden prämiert – und die LBM wurde zu einem der ersten und größten Magneten für angehende Mangaka und CosPlayer. Doch auch die Comics und Cartoons wurden nicht vergessen.

Der Signierbereich auf der Leipziger Buchmesse © changegames/Flickr

Comics in Leipzig 2012: Signierstunden und Neuerscheinungen

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Mit seiner Serie „Echo“ hat Terry Moore seine Leidenschaft für Superheldencomics mit seinem Talent, persönliche Geschichten um gut ausgearbeitete Charaktere zu erzählen, verbunden. Während die 30 Hefte lange Reihe auch in Amerika weniger Aufmerksamkeit erregte, als es Moores „Strangers in Paradise“ zuvor vermochte, ist sie in Deutschland bislang komplett unentdeckt geblieben.

Terry Moore beim Signieren auf der San Diego ComicCon 2010 © The Consortium/Flickr

Es ist schon erstaunlich, wenn ein Zeichner/Autor für eine Serie unter anderem mit dem Eisner Award ausgezeichnet wird, bei DC und Marvel einige hochkarätige Figuren übernimmt, eine treue Fangemeinde aufbaut – und dann mehr oder minder in die Vergessenheit gerät. Es ist zwar richtig, dass Terry Moores „Echo“ bei der Erstveröffentlichung der ersten Ausgabe innerhalb von 24 Stunden ausverkauft war, aber dennoch hat sie deutlich weniger Bekanntheitsgrad erlangen können, als die Vorgängerserie. Aus diesem Grunde sollen die Comicfiguren aus Moores neuer Reihe bei Aicomic einmal vorgestellt werden.

Echo: Terry Moores neue Serie nach Strangers in Paradise

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Wer sich näher mit dem Medium Comic beschäftigen möchte, stößt schnell an Grenzen: Buchhandlungen und Bibliotheken haben nur sehr bedingt Sekundärliteratur und Bücher über Comics im Angebot, die die Hintergründe anschaulich, verständlich und mit wissenschaftlichem Anspruch erklären. Aicomic stellt daher einmal einige Standardwerke vor.

Ein Standardwerk der Comicliteratur: Scott McClouds Understanding Comics © Kim Ukura/Flickr

Das Medium Comic wurde lange Zeit nicht ganz ernst genommen und noch heute finden sich nur wenige Publikationen, die sich wissenschaftlich damit auseinander setzen – zumindest auf eine Art und Weise, mit der sowohl Comiczeichner als auch aktuelle Comicleser etwas anfangen können.

Hier und da werden vereinzelte Kapitel angeboten, die einzelne Aspekte aufgreifen und ab und an wagt sich ein Autor, Texte zusammenzustellen. Doch im Großen und Ganzen muss man sich schon sehr anstrengen und die Bibliotheken etliche Male aufsuchen, um wirklich greifbare Literatur zu finden.

Standardwerke der Comic-Sekundärliteratur

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Manche Comicfiguren gibt es bereits seit Ewigkeiten – und doch fristen sie ein Nischendasein: Neben einer loyalen Fanbasis sind sie weit weniger bekannt als berühmte Superhelden und werden auch selten von neuen Lesern entdeckt. Um dies zu ändern, werden in dieser neuen Aicomic-Reihe einmal hervorragende Figuren, Serien und Konzepte vorgestellt, die bislang vielleicht an vielen Comicfans zu unrecht vorbei gegangen sind. Den Anfang macht Matt Wagners „Grendel“.

Mit „Grendel“ hat Matt Wagner eine jener Comicfiguren geschaffen, die sich nicht auf wenige Worte reduzieren lässt. Denn es handelt sich nicht um eine klassische Superhelden-Story, sondern um eine Jahrhunderte umspannende „Studie der Natur von Aggression“, wie der Zeichner und Autor sein Epos selbst umschreibt. Grendel ist weniger ein einzelner Charakter, als vielmehr eine Art spiritueller Entität, die Besitz von verschiedenen Personen (und später ganzen Personengruppen) ergreift, sie voran- und oftmals letztlich in den Tod treibt. Bitterböse Geschichten, die mit dem Medium Comic und seinen Erzählstrukturen spielen und die man sich nicht entgehen lassen sollte, zumal die gesamten bisherigen Grendel-Storys als Sammelbände erschienen sind.

Zeichner Matt Wagner beim Stumptown Comics Festival 2007 - auf dem Plakat im Hintergrund links Grendel und rechts Argent © ocean yamaha/Flickr

Matt Wagners Grendel: Antiheld und König der Unterwelt

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