Daily Cartoon: Das tägliche Comic Vergnügen

Ein Daily Cartoon erzählt auf wenigen Bildern jeden Tag einen Teil einer Geschichte oder präsentiert einen Witz aus dem Universum der jeweiligen Figuren. Ob Snoopy oder Garfield, Dork Tower oder Dennis the Menace – tägliche Comics haben in Zeitungen und im Internet Tradition.

Snoopy und Woodstock von Charles M. Schulz © -l.i.l.l.i.a.n- / Flickr

Der Daily Cartoon blickt auf eine enorme Tradition zurück und ist untrennbar mit der Geschichte der Comics verbunden: Die erste Comicfigur, die 1895 erschien, „The Yellow Kid“ von Richard F. Outcault, war zwar noch auf die Sonntagsausgabe beschränkt, doch schon bald entwickelten sich Comics, die jeden Tag auf den „Funny“-Seiten aller großen, US-amerikanischen Zeitungen erschienen. Dabei wurde selten ein Unterschied zwischen den Genres gemacht: Während wir heute Cartoons als immer auf eine Pointe innerhalb von drei Bildern ausgelegt wahrnehmen, tummelten sich auch Romanzen, Krimis und Superhelden bei den Daily Cartoons.

Comic-Tradition: Der Daily Cartoon

Tarzan, Spider-Man, Dick Tracy – sie alle hatten oder haben noch immer neben ihren Heft- und Buchserien auch Geschichten auf den funny pages im Repertoire. Jeden Tag können Leser bei Serien dieser Art die Story stückchenweise weiterlesen. Garfield, Hägar, die Peanuts und all die anderen komischen Cartoons hingegen funktionieren auf eine von einer fortlaufenden Erzählung losgelösten Form, auch wenn durch Running Gags, wiederkehrende Charaktere und typische Situationen eine gewisse übergeordnet erzählerische Ebene erreicht wird.

Neben der gefräßigen Katze von Jim Davis und den altklugen Kindern von Charles M. Schulz ist auch „Little Orphan Annie“ eine berühmte Vertreterin im Daily Cartoon – eine Serie von Harold Gray, die ohne Unterbrechung zwischen 1924 und 2010 lief und neben den Comics auch eine Radio-Show, ein Broadway Musical und verschiedene Filmversionen inspirierte. Verschiedene Reihen, die in Deutschland vor allem durch ihre Sammlungen in Buchform bekannt wurden (Gary Larsons „Andere Seite“ oder „Calvin und Hobbes“ von Bill Watterson beispielsweise), feierten ihren Einstand in den Tageszeitungen als Daily Cartoon.

Nicht nur komisch: tägliche Webcomics

Die Nachfrage scheint auch nach all den Jahren ungebrochen zu sein – jedoch hat sie sich verlagert. Was früher in den Zeitungen eine ganze Seite spendiert bekam, wird mittlerweile verstärkt im Internet geboten. Zwar laufen altbekannte Serien auch weiterhin traditionsgemäß in den Printmedien, doch sind die lustigsten und innovativsten Newcomer auf Blogs und Webseiten zu finden – nicht zuletzt auch, da es ausgesprochen schwierig ist, seinen Daily Cartoon in die Syndication (sprich: eine landesweite Veröffentlichung in vielen Tageszeitungen) zu bekommen und sich im Netz auch mehr potentielle Leser weltweit finden lassen.

Auch hier gibt es viele Zeichner, die die Tradition aufrecht halten: Scott Kurtz zeigt jeden Tag die irrsinnigen Erlebnisse der Redaktion einer Computerspiel-Zeitschrift bei „PvP: Player vs. Player“ und „Penny Arcade“ von Mike Krahulik und Jerry Holkins gehört zu den ganz großen einer neuen Generation von Daily Cartoons. In Deutschland findet sich ein Beispiel in „7 Jahre mit Garg“ von Ingo Römling und Asp.

Das auch im neuen Medium nicht nur Witze und komische Situationen überwiegen müssen, zeigt derweil ein weiterer Vertreter aus Deutschland: Mit seiner Serie „Conny van Ehlsing“ widmet sich Max Jähling bei seinen Webcomics auf durchaus humoreske, aber auch ernsthafte und spannende Art den Erlebnissen eine kleinen Mädchens auf Monsterjagd.

Weiterführende Links

http://www.dreadfulgate.de/wordpress/monsterjagerin-conny-van-ehlsing

http://www.pvponline.com/

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