Die 25 besten Comic-Verfilmungen: Teil 1 – Plätze 25 bis 20

Seit einigen Jahren können sich Comic-Verfilmungen beständig auf den obersten Plätzen der Kinocharts behaupten. Vor kurzem noch eher müde belächelt, hat sich das Genre gemausert, so dass man schon jetzt kaum den Überblick behält. Daher präsentiert Aicomic den Versuch, die besten 25 Comic-Verfilmungen einmal aufzulisten.

Superman movie poster © Soctech / Flickr

Comic-Verfilmungen können sich dicht an der Vorlage halten oder lediglich Figuren und Momente daraus enthalten – die Einschätzung, welche von der mittlerweile großen Anzahl an Filmen, die auf Comicserien, Comicfiguren oder ganzen Graphic Novels basieren, fällt nicht leicht, wenn gleichzeitig etliche Faktoren von Adaptionen, das Verhältnis zur Vorlage, das jeweilige Medium und nicht zuletzt der eigene Geschmack bedacht werden wollen. Daher sollen im folgenden zehn der besten Comic-Verfilmungen nicht nur aufgezählt, sondern auch kurz erörtert werden, nach den Gesichtspunkten von gelungener Übertragung, Beibehaltung von Aspekten des Originals, Funfaktor und eben auch der subjektiven Komponente.

Die besten Comic-Verfilmungen: die hinteren Plätze

25. Batman hält die Welt in Atem (1966, Regie: Leslie H. Martinson)

Adam West als Batman und Burt Ward als Robin – für viele war die 60er Jahre Fernsehserie, in deren Mitte dieser Film entstand, das Schlimmste, was man dem Dunklen Ritter jemals antun konnte, während sie für andere einen unüberbietbaren Kultstatus genießt. Bei aller Diskussion um die schrecklichen Kostüme, das ausgeflippte Schauspiel und den Camp-Faktor darf man nicht vergessen, dass Serie und Film den bis dahin seit den 40ern eher missachteten Superhelden ungeahnten Erfolg und eine lukrative Renaissance bescherten ohne die weitere Verfilmungen so vielleicht nicht zustande gekommen wären. Und wer sich an „Crash“, „Ka-Pow“ und „Blam“ stört sollte bedenken, dass Batman-Comics zu jener Zeit wirklich so aussahen. Von daher ist „Batman hält die Welt in Atem“ vielleicht keine brillante, aber doch recht wahrhaftige und zeitgeistige Verfilmung mit großem Funfaktor, wenn man über seine Helden auch lachen kann.

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24. Daredevil (2003, Regie: Mark Steven Johnson)

Mit „Daredevil“ kommt gleich noch eine für viele Comicleser eher ungewöhnliche Entscheidung in die Liste der 25 besten Comic-Verfilmungen. Grund hierfür ist nicht etwa der hölzerne Ben Affleck oder die etwas dünne Story (der später erschienene Extended Cut macht hier einiges wieder gut), sondern vor allem der Look des Films: Die Visualisierung von Matt Murdocks Radarblick/Sonarsinn, die dynamischen Kampfsequenzen und die Einstellungen halten sich dicht an Comicvorlagen von John Romita über Frank Miller bis zu Joe Quesada. Schade nur, dass „Daredevil“ die Aspekte, die den blinden Superhelden wirklich interessant machen, nicht konsequent umsetzte, wie beispielsweise der Widerspruch zwischen nächtlichem Rächer und Anwalt am Tage oder der tiefverwurzelte Katholizismus des irischstämmigen Matt Murdocks.

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23. Adèle und das Geheimnis des Pharaos (2010, Regie: Luc Besson)

Regisseur Luc Besson drehte „Adèle“ nach den historischen Abenteuercomics von Jacques Tardi als witzige und bildgewaltige Filmversion, die sich aus zwei der klassischen Bandes Dessinées zusammensetzt. Während die Schauspieler, allen voran Louise Bourgoin als Adèle Blanc-Sec, sichtlich Spaß haben und sie sich ebenso wie der Film selbst, größte Mühe geben, Stil und Stimmung der Comicvorlage einzufangen, krankt Luc Bessons Version doch etwas an der puren Abarbeitung von Szenen. Dennoch können die „Aventures extraordinaire d’Adèle Blanc-Sec“ als eine der gelungensten Verfilmungen gerade französischer Comics gelten.

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22. V wie Vendetta (2006, Regie: James McTeigue)

Alan Moore ist als eine der angesehensten Persönlichkeiten im Comic auch gleichzeitig einer der schwierigsten Autoren, wenn es ums Verfilmen geht: Einerseits sind seine Graphic Novels von immenser Komplexität und genau auf das Medium Comic zugeschnitten, andererseits sperrt sich der Brite auch gegen Filmadaptionen seiner Werke (was im Angesicht von „From Hell“ oder der „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ auch irgendwie verständlich ist). Bei „V wie Vendetta“ haben Regisseur James McTeigue und die Drehbuchautoren Wachowski-Brüder allerdings eine größtenteils werkgetreue Verfilmung abgeliefert, die einiges auslässt, anderes hinzufügt (vor allem die im Comic fehlenden Action-Sequenzen) und alles in allem im Geiste der Vorlage verhaftet bleibt.

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21. Batman Begins (2005, Regie: Christopher Nolan)

Christopher Nolan zeigte mit „Batman Begins“ nicht nur den Reboot des bis dahin sterbenden Franchises, sondern auch eine eigene, psychologische Variante der Frühgeschichte des Dunklen Ritters. Christian Bale, Michael Caine, Gary Oldman und Liam Neeson bringen eine Komponente in die Batman-Verfilmungen, die es so bislang kaum gab, nämlich die persönlichen Auswirkungen der Entscheidung Bruce Waynes, als Vigilant Gotham City sicherer zu machen, für die Charaktere und deren Umwelt. Visuell weniger beeindruckend als die Vorgängerfilme, liefert Nolans Batman dafür tiefere Einflicke in die Psyche eines Mannes, der im Fledermaus-Kostüm in der Unterwelt aufräumt.

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20. A History of Violence (2005, Regie: David Cronenberg)

Bei David Cronenbergs Version von „A History of Violence“ wird es ausgesprochen schwierig, die Punkte festzumachen, an denen sich die Qualität der Comicverfilmung messen lässt: Als genaue Umsetzung der Graphic Novel von John Wagner und Vince Locke müsste der Film als gescheitert gelten, da wesentliche Elemente geändert oder ganz weggelassen wurden, sich die gesamte Prämisse von der Vorlage verabschiedet, das Ende ein anderes ist und sich so gut wie keine visuellen Parallelen erkennen lassen. Dennoch gelingt es Cronenberg die Geschichte der Gewalt – sowohl in direkter Erfahrung als auch in der Vergangenheit und ebenfalls  innerhalb der Menschheitsgeschichte selbst – einzufangen und mit Hilfe von Viggo Mortensen, William Hurt und Maria Bello auf erstaunliche Weise zu transportieren. Und das, obwohl ein Großteil des Publikums hier eher keinen Comicfilm vermuten würde.

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Filmadaptionen: neues Medium, neue Bedingungen

Wie immer in der Geschichte der Kino-Adaptionen von Comics muss auch in dieser Liste, beziehungsweise erst einmal bei diesen Plätzen 25 bis 20, immer bedacht werden, dass es nicht nur darum gehen kann, Fans eine 1:1 Umsetzung zu bieten, wie in einem Motion Comic (das ebenso außen vor gelassen wird wie Anime und Zeichentrickfilme), sondern auch, dass bestimmte Aspekte eben das Medium wechseln und allein dadurch neu definiert werden müssen.

Auch kann keine Best-of Liste jedem Geschmack gerecht werden, viele Leser und Kinozuschauer werden die Aufstellung wohl anders sehen, ihre persönlichen Lieblinge ergänzen oder mit den hier vorgeschlagenen austauschen. Hier soll lediglich versucht werden, unter den einzelnen Aspekten, unter denen eine solche Betrachtung überhaupt möglich ist, so etwas wie einen Konsens in der Diskussion zu finden.

Entsprechend folgen dann beim nächsten Mal die Plätze 19 bis 15!

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