Die 25 schlechtesten Comic-Verfilmungen: Teil 2 – Plätze 19 bis 15

Comic-Verfilmungen sind oftmals fehlgeleitet und die Gründe für ein Scheitern sind vielfältig. Nicht nur Low-Budget Produktionen, auch groß angelegte Hollywood-Streifen können mächtig daneben greifen, wenn es um die filmische Darstellung gezeichneter Geschichten geht. Und gerade bei Superhelden scheint der Griff überproportional häufig vorbei zu gehen, wie auch Teil 2 der schlechtesten Comic-Verfilmungen zeigt.

Leonardo, Donatello, Raphael und Michelangelo © Rubenstein/Flickr

Probleme entstehen bei Comic-Verfilmungen immer dann, wenn von Seiten der Filmschaffenden weder ihrer Vorlage noch ihrem eigenen Medium getraut wird: Besonders Superhelden wurden lange Zeit für albern gehalten, die Annahmen über Comics beruhten wahlweise auf der alten „Batman“ Fernsehserie oder auf einer missgeleiteten Verbindung zwischen Comic und Cartoon. Das Publikum wird unterschätzt und eigentlich wollte man ja sowieso lieber einen Action-Film machen – dummerweise waren aber gerade die Rechte ein einer obskuren Comicfigur frei.

Auch die dringende Besetzung des Helden/der Heldin mit einem Star – ob das nun passt oder nicht – und ein fehlendes Budget hat für manche Gurke im Bereich der Adaptionen gesorgt. Aicomic geht entsprechend in die zweite Runde der 25 schlechtesten Comic-Verfilmungen mit den Plätzen 19 bis 15.

wirklich schlechte Comic-Verfilmungen: die nächsten Plätze

19. Teenage Mutant Ninja Turtles (Film-Serie: 1990, Regie: Steve Barron, 1991, Regie: Michael Pressman, 1993, Regie: Stuart Gillard)

Die Turtles waren ein absolutes Phänomen: Plötzlich wollten alle Kinder nur noch Pizza essen, die Spielzeugindustrie klatschte in die Hände und Jim Henson arbeitete an seinem letzten Film mit ihnen. Merkwürdig an all dem ist aber vor allem, dass die beliebten Schildkröten auf einer düsteren und brutalen Comic-Parodie basieren, die Peter Laird und Kevin Eastman auf zum Beispiel Frank Millers „Ronin“ anfertigten. Während die Zeichentrickserie der Turtles den zuvor nicht vorhandenen Knuddelaspekt zeigten, konnte der erste Film zumindest ein paar Designelemente beibehalten. Dennoch gehören alle drei TMNT Filme aus dieser Schaffensphase nicht zu den besseren Comic-Verfilmungen: Die ersten beiden können noch recht spaßig sein, während das dritte Abenteuer von Leonardo, Raphael, Donatello und Michelangelo allerdings komplett bei Fans und Kritikern unten durchfiel.

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18. The Shadow (1994, Regie: Russel Mulcahy)

„The Shadow“ fing in Pulp Magazinen an, ging ins Radio (wo er unter anderem von Orson Welles gesprochen wurde), zu den Kino-Serials und kam irgendwann auch in den Comics an – hier selbst eine Adaption des Groschenheft-Stoffes. In der Filmversion mit Alec Baldwin wurde aus dem Verbrechensbekämpfer eine Art Mischung aus Bruce Wayne und Sam Raimis Darkman mit übernatürlichen Fähigkeiten. Cinematografisch interessant und mit guten Effekten versehen, fällt bei der Shadow-Filmfassung allerdings auf, dass man sich nicht so recht einigen konnte, ob man nun eine pulpige Story oder eine Comicgeschichte erzählen wollte – und die stereotype Darstellung der asiatischen Bösewichte schlägt auch nicht eben positiv für den Film zu Buche…

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17. Generation X (1996, Regie: Jack Sholder)

„Generation X“ ist ein herrliches Beispiel der manchmal unüberbrückbaren Gegensätze von „gut gemeint“ und „gut gemacht“: Als Verfilmung einer der angesagtesten Spin-Offs der X-Men ließ die Adaption so ziemlich alles weg, was die Reihe interessant machte. Man bekommt weder die Komplexität der Serie, noch den leicht Zynismus der Figuren oder die schwerwiegenden Themen über das Aufwachsen und Anderssein – zumindest nur in beschränktem Maße. Max-Headroom-Veteran Matt Frewer chargiert als durchgeknallter Wissenschaftler in einem Bonbon-farbenen TV-Film, der den Auftakt zu einer nicht produzierten Fernsehserie stellen sollte, und in dem die Mutanten-Fähigkeiten nur sehr bedingt umgesetzt wurden. Interessanterweise wurde aber schon hier, vier Jahre vor der erfolgreichen „X-Men“ Verfilmung von Bryan Singer, das gleiche Anwesen als Kulisse für „Xavier’s School for Gifted Youngsters“ verwendet.

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16. Barb Wire (1996, Regie: David Hogan)

Mit den „Comic’s Greatest World“ Label wollte Dark Horse Comics Anfang der 90er neue Superhelden für eine neue Zeit etablieren – außer „Barb Wire“ ist davon nicht viel übrig geblieben und auch diese Figur lief gerade einmal neun Hefte und eine Miniserie lang. Ein Jahr nachdem die Comics bereits eingestellt wurden, kam dann der Film, der weniger die Heldin beleuchtete, sondern vielmehr ihre Darstellerin, denn mit „Barb Wire“ wollte Pamela Anderson ihrem Baywatch-und-Playboy-Image entsteigen. Hierzu verwurstete man die Geschichte von „Casablanca“, mixte Cyberpunk Elemente hinzu und musste nach dem Scheitern an der Kinokasse in der Videoversion noch einen Striptease von der Anderson an Anfang und Ende des Films klemmen, um überhaupt jemanden dafür zu interessieren.

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15. Steel Man (1997, Regie: Kenneth Johnson)

„Steel“ war eine jener merkwürdigen Inkarnationen von Superman, die eigentlich niemand brauchte: Nachdem in einem großen Showdown der bis dahin unbekannte Schurke Doomsday den Mann aus Stahl tötete, kam er zunächst in mehrere Aspekte aufgesplittet zurück, bis man bei DC Clark Kent wieder Kal-El sein ließ. Dennoch überlebte auch die „Schwangerschaftsvertretung“ John Henry Irons alias Steel in den Comics und runde sechs Jahre nach der Story wurde ihm ein Film gewidmet, dessen einzige Verbindung zu den Abenteuern des letzten Sohns von Krypton wohl in dem mit einem Superman-Tattoo angetanen Fan und Baskeballer Shaquille O’Neal in der Hauptrolle liegt. Nachdem der Film eine Ewigkeit in der sogenannten „Development Hell“ überdauerte, wurde er mit einer schlechten Story, billigen Tricks und grausamen Schauspiel hierzulande nur auf Video herausgegeben und mit dem „Man“ Anhängsel ausgestattet, da man anscheinend davon ausging, dass hier niemand Steel kennt. Daran hat sich auch nach dem Film nur wenig geändert.

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unbekannte Superhelden, schlechte Filme

Was manchmal auf dem Papier wie eine gute Idee aussieht, muss nicht auch in der Umsetzung gelungen sein, und die letztliche Entscheidung wird sowieso an der Kinokasse getroffen. Denn bei Comic-Verfilmungen, guten wie schlechten, urteilt nicht nur die Fanbasis, sondern gerade auch das Publikum, das mit den HeldInnen bislang noch nichts zu tun hatte. Wenn dieser Teil der Zuschauer auch durch den Film keinen Zugang zu den Abenteuern findet, ist der Flop vorprogrammiert – schwierig wird es immer dann, wenn aufgrund eines schwarzen Schafes die ganze Herde der Comicadaptionen abgestraft wird.

Und welche weiteren Perlen des schlechten Geschmacks weiter am guten Image der Comic-Verfilmungen kratzen, wird in Teil 3 der Reihe mit den Plätzen 14 bis 10 betrachtet

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