Die 25 schlechtesten Comic-Verfilmungen: Teil 3 – Plätze 14 bis 10

Die schlechtesten Comic-Verfilmungen zeichnen sich durch filmische Verfehlungen, merkwürdige Entscheidungen im Produktionsprozess und die Fähigkeit aus, Fans, Leser und Kinogänger in einem Abwasch zu vergrätzen. Eine Warnung vorweg: Auch in Teil 3 der Aicomic-Liste der 25 misslungensten Adaptionen von Comics wird es nicht schöner und manchmal tut es sogar etwas weh.

Synonym für schlechte Comicfilme: Howard the Duck © joebeone/Flickr

Auf jede gelungene Comic-Verfilmung kommen grob gerechnet fünf bis zwanzig schlechte – da die transmediale Präsentation als Filmgenre immer mehr und immer zügiger an Fahrt gewinnt, lassen sich suboptimale Vertreter dieses Genres vermutlich genauso wenig vermeiden, wie es im Western, im Actionkino oder bei Romantic Comedies der Fall ist. Im dritten Teil der 25 schlechtesten Comic-Verfilmungen geht es auf den Plätzen 14 bis 10 entsprechend auch schon ans Eingemachte: Die fehlgeleiteten Filme, die durch Produktionsbedingungen oder missverstandene Ausführung zu den Genregurken gehören, weichen nach und nach jenen Machwerken, für die es einfach nicht genug Goldene Himbeeren gibt, um dem cinematographischen Versagen gerecht zu werden.

wenn große Superhelden schlecht verfilmt werden

14. The Punisher (1989, Regie: Mark Goldblatt)

Frank Castle ist einer der ersten Antihelden des Marvel-Universums. Angetan mit einem schwarzen T-Shirt samt Totenkopf und diversen großen Wummen galt der Punisher immer als Bindeglied zwischen Kriegs- oder Gangster-Comics und Superhelden – doch in den 80ern musste ausgerechnet diese Rolle an Dolph „Ich werde dich vernichten“ Lundgren, dessen Karriere nach Rocky IV steil aufwärts und spätestens nach „Masters of the Universe“ steil bergab ging, vergeben werden, vermutlich mit den Hintergedanken, sein Actionimage zu erneuern (was später ja auch nochmal mit „Universal Soldier“ gelang). Man hielt sich bei der ersten Version vom „Punisher“ so wenig an die Vorlage, dass Film und Comic eigentlich nur den Titel gemein hatten (die schlechten Effekte, die miese Story und die Sternstunden der Schauspielkunst haben auch nicht wirklich geholfen).

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13. Superman IV – Die Welt am Abgrund (1987, Regie: Sidney J. Furie)

Das auch der größte aller Superhelden mächtig daneben greifen kann, bewies „Superman IV: The Quest for Peace“ so eindrucksvoll, dass die Filmserie damit nicht nur beendet, sondern dieser Film und sein Vorgänger (der immerhin als halbwegs komisches Richard-Pryor-Vehikel funktionierte) im Rebootversuch von Bryan Singer komplett beiseite geschoben wurde. Christopher Reeve zog noch einmal den blauroten Strampler an und auch Margot Kidder und Gene Hackman kehrten als Lois Lane und Lex Luthor zurück – während die produzierende Firma jeden Pfennig um- und Supie den Geldhahn zudrehte. Herausgekommen ist ein B-Movie mit guten Ansätzen (Reeve selbst schrieb die Antikriegs- und Abrüstungsmessage ins Script), das jedoch an zu wenig Geld scheiterte und alles in allem uninspiriert wirkte. Kein guter Abgang für Superman aus der Filmwelt, der jedoch 19 Jahre anhalten sollte. Interessanterweise war die bekannteste Comicfigur im Fernsehen in etlichen Serien deutlich erfolgreicher…

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12. Justice League of America (1997, Regie: Félix Enríquez Alcalá)

Au weia. Wenn das amerikanische Fernsehen versucht, die größten Comichelden mit einem nicht vorhandenen Budget zu präsentieren und man sich nicht einmal die Mühe macht, das alles nicht von einem Samstagmorgen-Cartoon unterscheidbar zu machen, schwant einem übles. Wie bereits in Teil 2 der schlechtesten Comic-Verfilmungen die „Generation X“, so erging es auch der Gerechtigkeitsliga (hier bestehend aus Atom, Green Lantern, Flash, Fire, Ice und J’onn J’onzz, dem Martian Manhunter, muss die JLA einen durchgeknallten Metereologen aufhalten), da auch dieser Pilotfilm es nie zu einer Serie brachte. Trotz einiger guter Schauspieler (Miguel Ferrer aus „Twin Peaks, „Robocop“ und „Crossing Jordan“, sowie David Ogden Stiers („Die Schöne und das Biest“, „Pocahontas“ und „M*A*S*H“), ist der mit Interviews durchsetzte Fernsehfilm kein Aushängeschild für DC-Verfilmungen. Besonders ärgerlich ist die Darstellung vom Roten Blitz, der in seiner durchaus gelungenen eigenen TV-Serie nur wenige Jahre zuvor um einiges professioneller wirkte.

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11. Captain America (1990, Regie: Albert Pyun)

Auch Captain America bekam Anfang der 90er eine eigene Verfilmung spendiert, die so peinlich und erfolglos war, dass sie lediglich auf Video erschien. Dabei war die Idee nicht einmal schlecht: Im Gegensatz zur Neuverfilmung bezog man sich 1990 mehr auf den Aspekt des Helden, der aus seiner Zeit gerissen wurde, und betonte die Einsamkeit von Steve Rogers in einer Welt, die er nicht versteht. Dennoch konnten schlechte Actionsequenzen und mieses Make-Up, sowie massive Veränderungen an der Comicstory keinen Flop verhindern – vor allem der Red Skull, der nur fünf Minuten lang einen roten Schädel hat und die restliche Zeit aussieht, wie ein Cartoon-Mafiosi aus „Dick Tracy“ und das Frisbee-Scheiben-ähnliche Schild von Cap sorgen für unfreiwillige Komik.

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10. Howard the Duck (1986, Regie: Willard Huyck)

In Fankreisen heißt es oft, dass George Lucas nach der ursprünglichen Star-Wars-Trilogie seine Fähigkeit zum Erzählen guter Geschichten verloren hätte (oder über Nacht von einer der Schoten aus den „Körperfressern“ besucht wurde), seine Produktionen „Ewoks“, „Willow“ und vor allem „Howard the Duck“ werden dafür gerne angeführt. „Howard“ gilt unter Kritikern als einer der schlechtesten Filme überhaupt, ganz abgesehen von Comicadaptionen. Der brummelige Enterich mit dem schlechten Charakter wurde in seiner Filmversion zu einem freundlichen und gemütlichen Gesellen, der die 80er besser verkörpert als der gesamte „Breakfast Club“ – dummerweise wirkte das Kostüm nicht überzeugend, die Effekte von Industrial Light & Magic waren auch schon einmal besser und die Story saugt ohne Ende. Lea Thompson („Zurück in die Zukunft“), Jeffrey Jones („Amadeus“) und Tim Robbins („Hudsucker“) hatten nach dieser Comic-Verfilmung einige Zeit etliche Schwierigkeiten, in Hollywood erneut Fuß zu fassen.

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schlechte Adaptionen: ein TV Phänomen?

Bei den schlechten Comic-Verfilmungen fallen immer wieder die TV-Produktionen unangenehm auf, die mit entweder eigentümlicher Herangehensweise („Batman“ oder „Wonder Woman“ etwa), miesen Produktionsbedingungen (der 1994er „Fantastic Four“ Film, von Roger Corman produziert) oder einfach kompletter Missachtung der Comicgeschichten („Smallville“ mag außerordentlich erfolgreich gewesen sein, mit dem Superman-Mythos hat all das meistens nicht viel zu tun gehabt) von sich reden machen. Nun wäre es aber ungerecht, das Fernsehen aus Prinzip als Feind gelungener Adaptionen zu sehen (und demnächst wird es bei Aicomic auch einmal eine Reihe zu den guten wie den schlechten TV-Comicserien geben), denn wie der dritte Teil hier zeigt, selbst die großen Figuren der Comicverlage sind nicht gefeit davor, im Kino verhunzt zu werden.

Mehr von dem schrecklichen Schicksal serieller Superhelden im Kinosaal dann beim nächsten Mal!

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