Die 25 schlechtesten Comic-Verfilmungen: Teil 4 – Plätze 9 bis 5

Schlechte Comic-Verfilmungen scheinen das Gesetz der Serie zu beherzigen: Was als Fortsetzung beliebter und gelungener Filme basierend auf Comics angedacht wurde, kann in vielen Fällen direkt vergessen werden. Neben einigen Perlen der fortgesetzten Comicadaptionen finden sich leider auch allzu viele echte Fehltritte.

Wird auch auf Japanisch nicht besser: Spider-Man 3 © MShades/Flickr

Es ist schon merkwürdig, wenn schlechte Comic-Verfilmungen selbst vor beliebten HeldInnen nicht halt machen. Tatsächlich scheinen es sogar in erster Linie jene Fortsetzungen von Superhelden-Filmen zu sein, bei denen die ursprünglichen Instanzen das Metier neu definierten, bei denen aber die Folge-Teile jeder Beschreibung spotten. Und so sind es in Teil 4 der Aicomic-Liste auch zum größten Teil Adaptionen, denen bereits einige, bessere Varianten zuvorkamen, und die sich in ihrer weiteren Entwicklung nicht eben mit Ruhm bekleckerten. Ob als Filmreihe, Figur aus einem Film oder als Zeichentrick – bei den folgenden Plätzen 9 bis 5 waren die Vorgänger allesamt um Klassen besser, als das, was später kam.

Fortsetzungen: schlechte Comic-Verfilmungen vorprogrammiert

9. Spider-Man 3 (2007, Regie: Sam Raimi)

„Never change a winning team“ heißt es und man nahm sich dieses Motto auch beim dritten „Spider-Man“ Film vor: Regisseur Sam Raimi, Hauptdarsteller Tobey Maguire und Kirsten Dunst, selbst Komponist Danny Elfman waren allesamt mit von der Partie. Und dennoch konnte der freundliche Netzschwinger von nebenan in diesem Teil nicht wirklich punkten. Zu schnelle Schnitte, eine unausgegorene Geschichte, einige Fehlbesetzungen, Änderungen in der Story (sowohl des Comics als auch der vorangegangenen Filme) und vor allem die herz- und seelenlose Inszenierung machten den Abschluss der Raimi-Trilogie zu einem ernüchternden Kinoerlebnis, mit dem man nach dem guten Auftakt in Teil 1 und dem brillanten Teil 2 so niemals gerechnet hätte. Aber wenigstens war „Spider-Man 3“ kein überflüssiges Reboot…

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8. Catwoman (2004, Regie: Pitof)

Was passiert, wenn man eine der beliebtesten Anti-Heldinnen aus dem DC Universum mit einer bekannten Schauspielerin (Michelle Pfeiffer) besetzt, die dem Helden (Batman) die Show stiehlt? Man will ihr einen eigenen Film verpassen. Dumm nur, wenn die Versuche „Catwoman“ auf die Leinwand zu bringen, jahrelang scheitern, bis man Story, Charakter und Design komplett von der Vorlage trennt, 28 Autoren verschleißt, einen visuell interessanten Regisseur unterfordert und eine Schauspielerin in der Hauptrolle besetzt, die arge Probleme mit dem Film hat. Immerhin hatte Halle Berry genügend Selbstironie, um den verdienten „Golden Raspberry Award“ tatsächlich entgegen zu nehmen.

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7. Legends of the Superheroes (1979, Produzent: Joseph Barbera)

Und was, bitte schön, hat man sich dabei gedacht? In dieser obskuren Variety-Show, die eigenartige Bande mit den berüchtigten „Superfriends“ und der alten „Batman“ 60er Serie unterhielt, präsentierten die Familie-Feuerstein-Macher von Hanna-Barbera einige DC-Superhelden bei diversen Party-Anlässen (ein Super-Geburtstag und ein „Roast“), mit albernen Super-Schurken, Song-and-Dance-Nummern und selbst vor Stand-Up-Comedy schreckte man nicht zurück. Für letzteres erfand man kurzerhand den afro-amerikanischen Helden „Ghetto Man“ und nebenher musste der mächtige Zauberer Mordru auch noch singen. Während die „Legends of the Superheroes“ sicherlich zum allerschrecklichsten gehören, was jemals produziert wurde (sei es bei Comicadaptionen oder irgendetwas sonst), ist dieser Zweiteiler dennoch nicht völlig uninteressant: Adam West und Burt Ward übernehmen hier noch einmal ihre Rollen als Batman und Robin und Frank Gorshin ist noch einmal der Riddler. Und außerdem markiert diese Ausgeburt der Hölle auch die ersten Live-Action-Auftritte vom Flash, von Hawkman und Green Lantern. Na, wenn das nix ist.

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6. Asterix und Obelix gegen Caesar (1999, Regie: Claude Zidi)

Da würde man doch meinen, eine Figur, die zum Zeitpunkt der ersten Realverfilmung 40 Jahre zu den absoluten Spitzenreitern im europäischen Comicbereich gehörte, 30 Alben und 7 Zeichentrickfilme vorzuweisen hatte und deren Humor in allen Inkarnationen immer mit einer Mischung aus Slapstick, Subtilität und historischen Verweisen spielte, sollte auch in der Kinoversion mit Gérard Depardieu, Christian Clavier und Roberto Benigni glänzen können. Stattdessen entschied man sich aber Asterix zu einer kruden Farce verkommen zu lassen, deren Witz ausschließlich in schlechten Pappnasen und überkandideltem Chargieren bestand. Dennoch war die Verunglimpfung von Comickultur so erfolgreich, dass noch zwei weitere cinematographische Misshandlungen folgten – vielleicht weil Depardieu nun einmal tatsächlich wie Obelix aussieht.

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5. Batman Forever (1995, Regie: Joel Schumacher)

Im Jahr 1995 machte sich Joel Schumacher („The Lost Boys“, „Flatliners“, „Falling Down“) auf, nicht nur die Karriere des Dunklen Ritters zu vernichten, sondern auch seine eigene im Keim zu ersticken: Doch nach den Tim-Burton-Filmen, die sowohl Fans als auch das nicht-comiclesende Publikum zu begeistern wußten, wollte Schumacher tatsächlich eine noch düstere Fassung vom Batman-Mythos erschaffen, allerdings war es dem Studio wohl ein inneres Bedürfnis, mit 80er Neon-Farbe und Popmusik all dies kaputt zu machen. Zugegeben, „Batman Forever“ (was soll man eigentlich von einem Titel halten, der wie ein billiger Autoaufkleber klingt?) war als großer Sommer-Blockbuster/Familienfilm konzipiert und konnte dem wohl auch irgendwie gerecht werden, doch ein von der Leine gelassener Jim Carrey als Riddler und ein jenseits von Gut und Böse chargierender Tommy Lee Jones als Two-Face (was hätte das interessant werden können, wenn er so gespielt hätte, wie sonst) und ein sichtlich gelangweilter Val Kilmer als Batman konnten das Machwerk nicht wirklich weit bringen. Doch zu diesem Thema im nächsten Teil noch mehr…

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schlechte Qualität von guten Filmschaffenden

Gute Intentionen, gute Grundvoraussetzungen, schlechte Ergebnisse. Man kann sich schon die Frage stellen, warum bei so vielen Fortsetzungen – und nicht allein nur im Comicbereich – die Versuche, noch größer und besser zu werden als die Vorgänger, dazu führen, dass man über das Ziel hinausschießt, die wirklichen Punkte, die zum ursprünglichen Erfolg führten, nicht erkennt oder einfach nur mediokren Leinwandmurks abliefert.

Besonders dieser Teil der 25 schlechtesten Comic-Verfilmungen bei Aicomic zeigt auf geradezu erschütternde Weise, dass auch wirklich gute Künstler vor und hinter der Kamera nicht vor diesen Niederlagen gefeit sind – und das selbst die misslungenen Verfilmungsversuche nichts über die Qualität der Filmschaffenden und SchauspielerInnen oder der Comics und ihrer Charaktere aussagen.

Im abschließenden Teil 5 werden dann die letzten vier Absurditäten aus dem Comicgenre im Kino vorgestellt.

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