Klassiker der Comicgeschichte – die Comicfigur

Einige Comicserien begeistern ihre Leser schon seit Jahrzehnten und ihre Charaktere sind sehr beliebt. Die meisten Comicfiguren altern nicht körperlich, aber einige wären nach menschlichen Maßstäben schon Rentner. Bestenfalls bemerkt man das Alter an einen Stilwechsel der Zeichnungen über die Jahre.

Selten sah die Comicfigur bei ihrem Debüt so aus wie heute. Gerade wegen ihrer Langlebigkeit und anhaltenden Beliebtheit zählen diese Figuren zu den Klassikern der Comicgeschichte. Zu den Bekanntesten zählen sicherlich die Figuren aus dem Disney Universum und allen voran Micky Maus und Donald Duck.

Micky Maus, Donald Duck und der Aufstieg von Disney

Der erste Comicstrip mit Micky Maus erschien schon 1930 in amerikanischen Tageszeitungen und damals war sicherlich noch nicht der heutige weltweite Erfolg abzusehen. Anfangs ließ Schöpfer Walt Disney seine Figur nur in Zeichentrickfilmen auftreten, doch bald wollten Millionen Menschen weltweit die Geschichten der Maus auch lesen. Noch heute hält die wöchentlich erscheinende Zeitschrift „Micky Maus“ den Spitzenplatz der höchsten Gesamtverkaufszahlen von Comics in Deutschland auch wenn die Auflage in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist.

Donald Duck bekam eine eigene Comic-Serie ab 1936. Die cholerische, vom Pech verfolgte Ente erfreut sich auch heute noch größter Beliebtheit. Micky Maus und Donald Duck gehören zu den wenigen Comicfiguren, die einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame besitzen.

DC und Marvel – die Entstehung der Superhelden

Einige Figuren aus amerikanischen Superheldencomics sind ebenfalls sehr alt. Superman sorgte schon 1938 dafür, dass sich das Comicheft neben den kurzen Strips etablieren konnte. Die Heftreihe Action Comics wurde ein großer kommerzieller Erfolg und führte zu dem ungeschriebenen Comicgesetz, dass ein Superheld ein Kostüm braucht. Gab es vorher nur einige wenige Comicfiguren mit spezieller Bekleidung für die Verbrechensbekämpfung, hatte nach Superman so gut wie jeder Held in amerikanischen Comics einen bunten Anzug oder ein Cape oder zumindest eine Maske, um die Geheimidentität zu wahren und die eine oder andere Superkraft. Der Verlag DC läutete mit dieser Entwicklung und weiteren populären Figuren wie Batman das sogenannte Goldene Zeitalter der Comics ein.

Batman hatte zwar im Gegensatz zu Superman eher menschliche Fähigkeiten wie kriminaltechnischen Spürsinn und nutzte zahlreiche technische Spielereien, um diesen Nachteil auszugleichen, aber vielleicht war gerade das der Grund für seinen Erfolg. Vielleicht war es aber doch sein Kostüm, was in wesentlich dunkleren Farben und mit zahlreichen Fledermaus-Applikationen sicherlich auf manchen modischer wirken konnte als ein blauer Strampelanzug.

1939 wurde mit Marvel Comics der zweite große Verlag für Superhelden-Geschichten gegründet. Zu den bekanntesten Figuren aus diesem Verlag gehören Spider-Man und Wolverine. Spider-Mans erster Auftritt war 1962. Seine Popularität rührt zu großen Teilen daher, dass er das Bild des Superhelden durch völlig unterschiedliche Identitäten neu zeichnete. Während er zwar im Kostüm der allseits beliebte Superheld ist, ist sein Alter Ego ein schüchterner Außenseiter. Dadurch war ein Bezug zum Leser hergestellt, weil andere Superhelden dieser Zeit nicht wirklich realitätsnahe Probleme hatten. Deren Schwierigkeiten traten nur in den seltenen Fällen auf, wenn der Erzbösewicht unfairerweise um die einzige Schwäche des Helden wusste.

Solche sozialen Probleme hatten viele später erdachten Superhelden. Der 1974 zu ersten Mal auftauchende Wolverine war beispielsweise mit seiner einzelgängerischen Art und erhöhten Gewaltbereitschaft eher ein Anti-Held, trotzdem zählt die Figur auch heute noch zu den beliebtesten Charakteren.

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