Publishing, Teil 1: Comics veröffentlichen

Der Weg zum eigenen Comic führt, wie wir im Aicomic Zeichenkurs gesehen haben, über das Erlernen von Fähigkeiten, ihrer Umsetzung, Übung und Struktur. Ist man aber mit seinen Geschichten soweit, dass man sie der Welt zeigen möchte, muss man sich zwangsläufig Gedanken darüber machen, wie man Comics veröffentlichen kann.

Comic Shelf © Apreche/Flickr

Comics veröffentlichen ist wie auch das Zeichnen lernen ebenfalls ein langer und schwieriger Weg, zumal es gerade in Deutschland angehenden ComiczeichnerInnen nicht eben leicht gemacht wird, Fuß zu fassen oder sogar für die Arbeit angemessen bezahlt zu werden.

Daher sind viele Anfänger, durchaus aber auch Profis, immer wieder gefragt, neue Möglichkeiten zu entdecken und zu nutzen. Die quasi-Fortsetzung von unserem Aicomic-Zeichenkurs mit dem Großthema Publishing wird in den kommenden Wochen klassische und neue Methoden aufzeigen und das grafische, drucktechnische, kreative und kaufmännische Rüstzeug anbieten, das man als Zeichner im Comicgeschäft zur Veröffentlichung benötigt.

Publishing: Eine Bestandsaufnahme

Unter „Publishing“ kann man eine Menge unterschiedlicher Ansätze verstehen, denen letztlich allen gemein ist, dass an ihrem Ende das fertige Comic einer breiteren Leserschaft zukommt. Und genau bei dieser liegt eines der größten Probleme beim veröffentlichen von Comics: Die einhellige Meinung, bei Comics würde es sich um ein Massenmedium handeln, kann bei schwindenden Verkaufszahlen und vor allem der desaströsen Situation der arg überschaubaren deutschen Szene, kaum ernsthaft aufrecht erhalten werden. Was allerdings nicht heißen soll, dass es nicht genügend Comicleser gibt – man muss sich nur ein bisschen ins Zeug legen, um sie zu finden.

Comic Books Baskets © Enokson/Flickr

Tatsächlich ist es bei Comics, Manga, der Graphic Novel und allen anderen Bezeichnungen innerhalb des Mediums eher so, dass das Interesse groß ist, wenn man die Leser mit den Werken bekannt macht, sie aber von alleine sehr selten sich auf die Suche begeben. Tie-In-Produkte, also Comics zu Filmen, Fernsehserien, Büchern, Computerspielen etc., laufen deutlich besser als originäre Storys, da Leser mit den Figuren und Konstellationen bereits vertraut sind. Oftmals können Zeichentrickserien wie „Dragonball“ beispielsweise auch das Interesse an der Comic-Vorlage erneut entfachen, verstärken oder erstmals anregen.

Comics veröffentlichen: Viele Wege führen zum Leser

Comics! © Clintus McGintus/Flickr

Nun können wir als Comiczeichner natürlich nicht ständig nur bereits bekannte Charaktere anbieten (abgesehen von den Copyright-Fragen sind auch die Jobs eher spärlich gesät – und zudem ist es spannender eigene Geschichten zu entwickeln), weswegen man in einer Situation, in der Lizenzprodukte um ein Vielfaches überwiegen, sich einiges einfallen lassen muss, um die eigene Story nicht völlig untergehen zu lassen.

Neben dem damit verbundenen Backen von kleinen Brötchen auf unter Umständen ausgesprochen lange Zeit, bedeutet dies auch, dass man sich nicht nur mit klassischen Bewerbungen bei einem Verlag beschäftigen muss, sondern auch alternative Ausdruckswege finden muss. Die sogenannten neuen Medien und die Nutzung von Social Networks sind immer ein guter Anfang, um Leserschaft zu generieren oder zumindest Meinung und Kritik außerhalb des Bekanntenkreises für die Comicwerke zu bekommen. Das schwierige, kostspielige, aber durchaus auch lohnenswerte Self-Publishing kann auch funktionieren, wenn man sich damit nicht arm macht.

Veröffentlichung: Ausblick über die Themen bei Aicomic

In regelmäßigen Abständen wird hier auf Aicomic.com also die ganze Bandbreite der Möglichkeiten vorgestellt und darüber hinaus werden auch Tipps gegeben, wie man sich bei Verlagen vorstellig macht, wie man eine Mappe vorbereitet und wie man mit einem Verlag, groß und klein, zusammenarbeitet, inklusive Deadline-Druck und Preisverhandlungen.

Auch die technische Seite soll nicht außen vor bleiben, und so wird man auch erfahren, wie man seine Comics selbst drucken lässt, worauf man bei der Vorbereitung der Comicseiten für den Druck achten muss, wie man Druckpreise anfragt und welche Alternativen es zu großen Druckaufträgen gibt. Ein weiterer Abschnitt wird dann die Veröffentlichung von Comics im Internet beinhalten und wie man eigene Projekte startet.

Bis dahin: Viel Spaß beim Publizieren!

Kommentare sind geschlossen.