Der deutsche Cartoonist Ulli Stein und sein Pinguin „Dagegen“ sind mittlerweile auch über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt. Seine Comics sind wie aus dem Leben gegriffen – aberwitzige Bilder von Hochzeiten und Geburtstagen sind in seinen Kalendern und Büchern millionenfach verkauft worden.

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Die Comics und Cartoons des deutschen Journalisten bedienen viele verschiedene Sparten von Humor: Er geht von Schwarzem Humor nach Vorbild der Briten über lustige Zeichnungen für Kinder bis zu sozialkritischen Spiegelbildern unserer Gesellschaft.

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Einen Kopf, beziehungsweise ein Gesicht zu konstruieren ist eine der wichtigsten und mitunter schwersten Aufgaben beim Comiczeichnen. In der sechsten Lektion des Online Zeichenkurses bei Aicomic sehen wir uns an, wie das menschliche Gesicht aufgebaut ist, auf welche Verhältnisse man achten muss und wie man sich bei der Konstruktion helfen kann.

Fertige Kopfkonstruktion © Daniel Gramsch/Aicomic

Punkt, Punkt, Komma, Strich – Scott McCloud stellt bereits in seinem Standardwerk für Comiczeichner „Understanding Comics“ (auf Deutsch unter dem etwas verunglückten Titel „Comics richtig lesen“ veröffentlicht) fest, dass wir Menschen eine ausgesprochen selbstbezogene Spezies sind: In allen runden Dingen, die mindestens zwei Punkte in der Mitte haben, erkennen wir ein Gesicht. Und der Autor hat auch völlig recht, denn neben Steckdosen erwähnt er auch die einfachste und ikonographischste Darstellung des Antlitzes per se – den Smiley. Wenn es aber darum geht, Erkennbarkeiten, Ähnlichkeiten und weiterführende Emotionen darzustellen, muss man bei der Konstruktion von Kopf und Gesicht auf einiges mehr achten.

Aufbau und Verhältnisse im Gesicht

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Wer Menschen zeichnet kommt nicht an der Anatomie vorbei. Das ist auch im Comic nicht anders: Erst, wenn man die passenden Proportionen des menschlichen Körpers korrekt zeichnen kann, werden die Arbeiten glaubhaft. Sich eingehend und umfangreich mit anatomischen Grundlagen auseinander zu setzen gehört also zu einer der wichtigsten Aufgaben von Comiczeichnern.

Der vitruvianische Mensch: Goldener Schnitt © Daniel Gramsch (nach Leonardo da Vinci)/Aicomic

Wann immer man menschliche Wesen, ob Frau oder Mann, darstellt, wird man entdecken, dass man bestimmte Proportionen einhalten muss, damit eine Zeichnung gelungen aussieht. Selbst ein Strichmännchen hält sich, wenn auch in stark vereinfachter Form, an diese Längenverhältnisse des Körpers. Auch wenn Cartoons und abstrakte Comics von den Idealvorstellungen der Anatomie abweichen, müssen sie den Grundlagen folgen, damit dargestellte Menschen auch als solche erkennbar sind. Erst wenn man weiß, wie der Körper funktioniert, kann man damit beginnen, die Regeln zu abstrahieren. Ein guter Anfang ist hierbei der Goldene Schnitt.

Anatomie: Grundlage beim Zeichnen von Menschen

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Skizzenbüchern kommt für Künstler, und im Besonderen Comiczeichnern, eine enorme Bedeutung zu: Man fängt hiermit Eindrücke auf, kann Ideen ausprobieren, bestimmte Aspekte späterer Zeichnungen studieren und Planungen für Persepektive und Storytelling anstellen. Es empfiehlt sich, sein Skizzenbuch immer mit dabei zu haben.

Skizze © Daniel Gramsch/Aicomic

Skizzenbücher sind immer zur Hand, wenn es darum geht, Gedankenblitze festzuhalten: Merkwürdige Typen an der Bushaltestelle, interessante Gegenstände oder Situationen, Gesichtsausdrücke, Kleidung, Frisuren, Detailstudien können in wenigen Strichen verewigt werden. Und so fügt sich dieser zweite Exkurs in unserem Aicomic – Zeichenkurs gleich aus mehreren Gründen nahtlos an die Charakterentwicklung an.

Skizze © Daniel Gramsch/Aicomic

Denn im Skizzenbuch werden neue Ideen ausprobiert und schon so manche Figur, die mal eben in der U-Bahn gekritzelt wurde, hat sich bereits als Hauptcharakter in einer Comicstory wiedergefunden. Auch kann man sich hierin ein regelrechtes Archiv für potentielle Nebenfiguren erstellen, die man bei Bedarf quasi „aus dem Hut zaubert“.

Skizzenbücher: Vielseitige Verwendung

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Nebencharaktere sind in allen Geschichten von großer Wichtigkeit, das ist beim Comic nicht anders: Mit ihnen wird die Welt bevölkert, sie sorgen dafür, dass die Hauptcharaktere verortet werden können. Oftmals entwickeln sie sich auch zu immer wiederkehrenden Figuren, manchmal sind sie nur für die Authentizität der Story da.

Soldier © Daniel Gramsch/Aicomic

Mit Nebencharakteren wird eine Comicgeschichte erst wirklich rund: Nur wenn die Figuren im Vordergrund andere Personen haben, mit denen sie agieren können, kann die Welt glaubhaft werden und auch die Hauptcharaktere selbst werden dadurch nachvollziehbarer. Leider kann man häufig beobachten, dass ZeichnerInnen ihr mangelndes Interesse an den Figuren im Hintergrund auch durch ihre Beschäftigung mit diesen ausdrücken – dadurch mangelt es manchmal auch an der nötigen Qualität. Man sollte um der Geschichte Willen nicht darauf verzichten, die gleiche Detailverliebtheit, die man bei den Hauptcharakteren walten lässt, auch in die Nebencharaktere fließen zu lassen.

Mit Nebencharakteren die Welt bevölkern

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Die Person Walt Disney ist umstritten. Sein künstlerisches Erbe nicht. Micky, Donald und Daisy lassen seit Jahrzehnten die Kinderherzen höher schlagen und waren stilbildend für das Genre. Ein Überblick der wichtigsten Figuren aus über hundert Jahren Disney-Geschichte.

Walt Disney wurde von Historikern immer wieder als neurotischer Tyrann und Antisemit bezeichnet. Seine Figuren sind aber über jeden Zweifel erhaben. 2011 feiert das Imperium sein 110. Geburtstag. Man blickte zurück auf viele Jahre der Innovationen und verzaubernder Geschichten. Geprägt wurde das Ansehen der Firma vor allem durch die Gesichter seiner Figuren.

Mickey Mouse und Donald Duck

Walter Elias Disney wurde am 5. Dezember 1901 geboren und feierte seinen Durchbruch als Comiczeichner 1928 mit einem Klassiker der Comicgeschichte, dem Cartoon „Steamboat Willie“, in welchem Mickey Mouse seinen ersten Auftritt hatte. 1934 folgte darauf Donald Duck in dem Film „Die kleine kluge Henne“. Diese beiden Figuren sind bis heute prägend für das Disney-Imperium und begründeten seinen Weltruhm.

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Einen Charakter zu erschaffen, der originell ist und dem Zahn der Zeit standhält, ist eine der schwierigsten, aber auch eine der grundlegendsten Aufgaben einer Comiczeichnerin, eines Comiczeichners oder von AutorInnen. Viele Anhaltspunkte werden zwar über die ursprüngliche Idee geliefert, doch darüber hinaus muss man sich an jeder Abzweigung auf dem Weg zum eigenen Comic neue Gedanken zu den eigenen Figuren machen.

Ai Girl © Daniel Gramsch/Aicomic

Wie schon in Lektion 2 angesprochen, bedarf es einiger Faktoren, die eine gute Idee ausmachen – Story, Setting und Design neben Originalität und dem Spiel mit Genre-Konventionen, um nur ein paar zu nennen. Ein Hauptpunkt aber, der die Leser immer wieder zurück zu den Geschichten bringt, sind die Charaktere, die sie bevölkern. Auch hier kann man mit bereits Dagewesenem spielen und „seine“ Version bekannter Figuren liefern, denn es gibt bestimmte Grundstrukturen, Tropen sozusagen, nach denen man sich richten kann, ohne in ein Klischee zu verfallen (der Übergang mag allerdings fließend sein). Diese typischen Charaktere kann man dann auch ins Gegenteil verkehren oder durch ungewöhnliche Einfälle erweitern.

Beispiele für typische Comic-Charaktere

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Wer sein eigenes Comic gestalten möchte, braucht zunächst eine gute Idee. Da in unserem Medium prinzipiell alles möglich ist, können sich auch die Ideen, gerade bei der Figurenentwicklung, in jedem gewünschten Rahmen bewegen.

Space Girl © Daniel Gramsch/Aicomic

Der Figurenentwicklung bei Comiccharakteren steht alles offen: Sei es ein bestimmtes Genre, bestimmte Typen, Designelemente, das Setting oder ein Zeichenstil – es gibt keinen Grund, warum man sich beim Comics zeichnen in irgendeiner Form beschränken sollte. Man kann aus dem reichhaltigen Schatz der Genres der Literatur oder von Filmen, von Geschichte oder Psychologie schöpfen und daraus die eigenen Geschichten kreieren.

Figurenentwicklung: Wehret den Anfängen

Ein Zeichner ist in aller erster Linie ein Geschichtenerzähler – seien es einfache Storys völlig geradeaus präsentiert oder verschachtelte und tiefgreifende Erzählungen. Und das gilt auch für den Underground oder bei Kunstcomics, wenn sicherlich auch in anderem Rahmen als bei Superhelden-Geschichten oder einem Manga-Epos.

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Ein Lichttisch ist für Comiczeichner eine der praktischsten Hilfsmittel: Mit ihm kann man komplexe Formen übertragen, seine Skizzen ausarbeiten, ohne sie zu verlieren und Tuschezeichnungen anfertigen, während man die ursprünglichen Bleistiftstriche behält. Wie sinnvoll eine Anschaffung auch sein mag, so teuer ist sie auch – aber mit einigen wenigen Schritten kann man sich leicht einen Lichttisch selber bauen.

Vierkanthölzer © Daniel Gramsch/Aicomic.com

Um einen Lichttisch selber bauen zu können, benötigt man ein paar preiswerte Materialien aus dem Baumarkt, relativ genaue Abmessungen und ein ganz klein wenig handwerkliches Geschick. Da die Einzelteile aber selten wirklich teuer sind – im Gegensatz zu einem gekauften Lichttisch – muss man sich keine Sorgen machen, falls man beim ersten Versuch keinen Erfolg hat. Die folgende Bauanleitung für einen Lichttisch ist übrigens nur eine der vielen Möglichkeiten, um in den Genuss einer solchen Zeichenhilfe zu kommen: Viele Zeichner stellen sich einfach eine Lampe unter einen Glastisch oder halten ihre Blätter an ein Fenster, um den gleichen Effekt zu bekommen.

Lichttisch: Funktionsweise und Aufbau

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Willkommen zur ersten Lektion im Online-Zeichenkurs bei Aicomic.com! Bevor wir mit dem Zeichnen richtig loslegen, werden wir uns zuerst mit dem Material beschäftigen, das wir dringend für die einzelnen Schritte brauchen. Zeichenwerkzeug ist dabei im höchsten Maße subjektiv: Jeder muss herausfinden, mit welchen Utensilien man am Besten klar kommt.

Lineale und Zirkel © Daniel Gramsch/Aicomic.com

Beim Zeichenwerkzeug kommt man aber dennoch an einigen grundlegenden Materialien nicht vorbei: Ohne Stift und Papier geht beim Comic nichts – auch wenn es nur virtuell vorhanden ist. Denn manche Zeichner haben nicht nur einzelne Abschnitte, sondern die ganze Arbeit an den Computer verlegt. Ein gutes Sortiment an Utensilien sollte man sich aber trotzdem beschaffen, wobei man auch nicht unbedingt auf bestimmte Marken oder Preise wertlegen muss: Es gibt auch hervorragende Comiczeichner, die mit einem Kugelschreiber arbeiten können.

Bleistift, Papier, Radiergummi – das wichtigste Zeichenwerkzeug

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